21 Jahre subshell

21.09.2020

Im April 2020 feierte subshell 21-jähriges Bestehen! Da wir den vielen Jahren ausreichend Platz widmen möchten, kommt dieser Artikel in drei Teilen: Im ersten Teil erfahrt ihr, was Tom und Jan zur Gründung bewegt hat und was es eigentlich mit dem Firmennamen auf sich hat. Die nächsten zwei Teile geben spannende Einblicke in Firmenhighlights: Dazu zählen Erlebnisse in einem ägyptischen Palast und legendäre Sommerfeste. Zu guter Letzt wagen wir auch einen Blick in die Zukunft.

Interviewt wurden im Folgenden die beiden Gründer und Geschäftsleiter von subshell, Jan und Tom. Außerdem haben wir mit den Kolleginnen und Kollegen gesprochen, die von Anfang an dabei waren: Nils (Mitglied der Geschäftsleitung), Sören (Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Projektmanagement), Julia (Reinigungsfachkraft), Feri (erfahrener Entwickler) und Andreas N. (erfahrener Tester).

subshell geht auf See – Gründung und die erste Crew

Frage an die subshell-Gründer: Was waren die ersten Impulse für die Gründung?

Jan: Tom und ich haben damals zusammen in einer Multimediaagentur gearbeitet. Tom war schon da, ich hatte einen Studentenjob dort. Da es kaum Redaktions- oder andere Softwaresysteme gab, wurden Websites für Firmen wie Mercedes Benz, Karstadt, Lufthansa, Bank 24 und andere von Hand geschrieben. Als Tochterfirma einer Werbeagentur hat man dabei viel Wert auf das Visuelle gelegt. Weniger wichtig schien, dass untendrunter auch alles stabil gebaut und technisch durchdacht sein sollte. Das hat Tom und mir irgendwann nicht gereicht, weshalb wir dachten, wir probieren was Eigenes aus.

Tom: Ich war vor der Firmengründung 1999 bereits ein Jahr freiberuflich tätig und das hat sich auch erst mal gut angefühlt. Irgendwann kam aber das Gefühl auf, spannendere Projekte angehen und mehr bewegen zu können, wenn man eine Firma gründet und mit mehreren Leuten zusammenarbeitet. Das war eins der Hauptmotive. Als Jan dann nach mir auch in der Firma gekündigt hatte, in der wir vorher gearbeitet hatten, war es einfach die Gelegenheit. Mit Jan stimmte die Chemie. Wir wussten, wir können gut zusammenarbeiten und ergänzen uns fachlich gut, denn ich bin eher technisch aufgestellt und Jan ist darüber hinaus an Aspekten interessiert, die eine Firmenleitung mit sich bringt.

subshell Stand-Up Glocke

Frage ans Team: Wann seid ihr in die Firma eingestiegen – und wie war das?

Nils: Ich glaube, das war vor 20 Jahren im Jahr 2000. Ich kannte Jan und Tom, die ja die Firma gegründet haben, von einem gemeinsamen Job in einer großen Multimediaagentur. Als die beiden mich gefragt haben, ob ich bei subshell arbeiten möchte, hatte ich sofort Lust. Am Anfang haben wir bei subshell noch viel für andere Firmen gearbeitet und ich habe viele Konzepte geschrieben, das war sehr interessant.

Feri: Der Kontakt zu Jan und Tom hat sich während meines Studentenjobs im Studium der Wirtschaftsinformatik ergeben. Tom und Jan haben dann ihre eigene Firma gegründet und mich irgendwann angerufen, ich solle mal vorbeikommen. Als ich dann gefragt habe, wann ich anfangen soll, haben die gesagt „Sofort! “. Ich glaube, ich habe dann 1999 bei subshell angefangen und direkt fast sechs bis acht Monate vor Ort bei Kunden entwickelt. Zu Beginn hatte subshell noch kein richtiges Büro.

Julia: Mein erster Tag bei subshell war der 30.04.2000. Ich war sehr angetan, dass zwei Jungs so eine Firma auf die Beine gestellt haben. Zu der Zeit waren wir zu acht in der Firma. Ich fühlte mich sofort sehr wohl.

Sören: Ich glaube, ich habe am 01. September 2000 angefangen. Der Hintergrund war, dass ich Nils aus dem Informatikstudium kannte. Er hat mich gefragt, ob ich nicht mal bei subshell vorbeikommen möchte, da sie Entwickler suchen. Zu der Zeit habe ich noch an der Uni gearbeitet und wollte mal was anderes ausprobieren. Das Vorstellungsgespräch verlief ungefähr so: „Kannst du ein bisschen programmieren?“, „Ja, im Studium machen wir Java“, „Ok, wann kannst du anfangen?“. Mehr musste man nicht machen. Heute ist es etwas anders, wenn man als Student bei subshell anfangen will.

Andreas N.: Ich habe einen Job gesucht und ein gemeinsamer Bekannter an der Uni meinte zu mir, ich solle mal Jan anrufen. Dieser meinte dann, ich solle vorbeikommen. So habe ich hier angefangen. Damals war ich der erste Festangestellte. Feri und Nils waren bereits als Studenten dabei.

Warum "subshell"? 

Nils: Das ist ja ein Begriff aus der IT und passt gut zu einer Softwarefirma. Gegen die Anmeldung der Marke hat übrigens die Öl-Shell Einspruch erhoben. Wir durften den Namen „subshell“ dann aber weiterverwenden, nachdem Experten bestätigt haben, dass es sich bei unserem Logo nicht um eine Meeresmuschel handelt. Und wir dürfen im Logo niemals rot und gelb verwenden.

Wie hat sich die Firma seit ihrer Gründung entwickelt?

Jan: Angefangen haben wir bei subshell mit der Unterstützung von verschiedenen Multimediaagenturen, die damals technisch noch nicht auf dem neusten Stand waren. Später haben wir in Zusammenarbeit mit dem NDR und der tagesschau angefangen, für sie das erste große Redaktionssystem einzuführen, welches damals noch auf einer amerikanischen Software basierte. Diese Software war sehr angesagt und wurde auch von großen Unternehmen eingesetzt. Allerdings kannten sich nur wenige Leute mit der Software aus oder konnten beratend für das amerikanische Softwareunternehmen tätig sein. Zum Ende meiner Tätigkeit in der Medienagentur habe ich diese Software dann aber noch kennengelernt. Nach ein paar Jahren der Zusammenarbeit mit dem NDR und der tagesschau hat sich dann herausgestellt, dass die Software doch nicht so richtig gut ist, weshalb wir dann überlegt haben, ob wir nicht selbst ein CMS-Programm entwickeln könnten. So haben wir angefangen, Sophora zu bauen.

Tom: Es sind halt über 20 Jahre mit vielen Aufs und Abs. Wir haben mit zwei Leuten angefangen und uns war schon immer klar, dass wir kein so großes Wachstum haben wollten, bei dem wir ganz viel Geld von extern holen und gleich ein Team von 20 Leuten einstellen. Stattdessen war immer der Plan, organisch zu wachsen. Das brachte natürlich gerade am Anfang auch anstrengende Phasen mit sich, weil Projekte zu groß waren, sich verzögerten, Sachen nicht so klappten, wie man sich das vorgestellt hatte, Kunden nicht so zahlten, wie man sich das gewünscht hatte. Das hat sich mit den Jahren gebessert. Der Hauptentwicklungspunkt war die Erkenntnis, dass, wenn man sich den Kundenstamm heranzieht und langfristig zusammenarbeitet, die harten Schwankungen nicht mehr so stark auftreten und man eine gewisse Zuversicht hat, dass die Arbeit in den nächsten Monaten und Jahren gut funktioniert. Das ist eine kontinuierliche Entwicklung gewesen.

Nils: Erst mal ist subshell viel größer geworden und hat sich auch ein bisschen von der Projektumsetzung für andere zur eigenen Produktentwicklung gewandelt. Das hat auch die Arbeitsweise verändert, denn natürlich mussten mehr Leute zusammenarbeiten, wodurch andere Organisationsformen entstanden sind. Mit dem Entwickeln eines eigenen Produkts hat sich aber auch der Marketingfokus der Firma geändert.

Feri: Im Vergleich zu den übrigen Jahren hat sich die Firma in den letzten fünf bis sechs Jahren rasant entwickelt. subshell war ein kleines Unternehmen mit Familienatmosphäre und einem Ein-Raum-Büro, jeder kannte sich. Wenn einer telefoniert hat, hörten alle mit. Mit dem Umzug in die HafenCity haben sich ganz langsam die Atmosphäre und die Struktur verändert. Früher hat es ein Team-Jan und ein Team-Tom gegeben. Jetzt haben wir Teams nach Kunden und Projekten, die viel umfangreicher sind.  

Sören: Durch die Größe haben sich alle Arbeitsabläufe geändert. Früher waren diese deutlich weniger formalisiert – das brachte auch sehr viel Flexibilität mit sich. Man hat einfach gemacht, bei Fragen Tom angesprochen und sehr eigenständig für sich programmiert. Die täglichen Stand-ups haben wir damals noch nicht gemacht. Man konnte viel ausprobieren und hat viel gelernt.  

Andreas N.: Geändert haben sich die Leute, der Kundenstamm und das Produktangebot haben sich stabilisiert. Wir hatten damals hier und da ein paar Werbeaufträge für verschiedene, zum Teil kleine Kunden. Die Branche hatte ja mal, um die Jahrtausendwende, die Hoffnung, eine Goldgrube zu sein. Da haben junge Leute, im Wesentlichen aus dem Bereich Werbung, gedacht, sie sind sooo toll. Das war die Stimmung in der Gegend, in der wir unser erstes Büro hatten. Sie dachten damals, halbwegs von selbst steinreich zu werden. Das hat bei vielen nicht gehalten. Die Blase ist geplatzt.

Wie ist der Name Sophora entstanden?

Nils: Da gab es einen internen Wettbewerb und Sophora hat sich durchgesetzt. Von einem unserer humanistisch gebildeten Kunden kam dann auch die passende Erklärung. „Sophora erinnert an „sophia“ (griechisch: Weisheit) und „hora“ (lateinisch: Stunde, Zeit) und nimmt Bezug auf den Einsatz der Software in einem Umfeld mit hohen Ansprüchen an die publizistische Qualität und Aktualität der Inhalte.“

Weiterlesen in Teil 2: "Vom kleinen Schlepper zum Versorgungsschiff"

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Team subshell