Die professionellen Spielkinder von subshell: Das Testing-Team

11.11.2020

Kein neues Feature sollte released werden, bevor unsere Tester es vorher nicht auf Herz und Nieren prüfen. Andreas N. (Team Weasel), Jörg (Team Vegas) und Daniel (Team Korora) geben Einblicke in ihren Arbeitsalltag.

Wie lange seid ihr bereits Tester bei subshell?

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Andreas: Seit 10 Jahren arbeite ich als Tester, vorher war ich in der Entwicklung.

Jörg: Ich habe als Werkstudent angefangen und war ein Jahr in der Entwicklung. Nun sind es schon sieben Jahre als Tester.

Daniel: Im November 2016 habe ich angefangen, also geht es langsam auf die vier Jahre zu, die ich bei subshell bin. Ich bin zur Hälfte als Tester und zur Hälfte als Entwickler gestartet.

Frage an Daniel: Hast du dich auch als solcher beworben?

Nein, ich habe mich auf Stellenwerk.de als Tester beworben. Team Korora wollte mich und einen anderen Bewerber haben und hat gefragt, ob wir nicht auch 50/50 als Entwickler arbeiten möchten. Mittlerweile bin ich als Entwickler eingestellt. Wir im Team Korora teilen uns die Testaufgaben allerdings immer auf, das heißt alle testen einmal.

Frage in die Runde: Was sind deine Aufgaben und mit welchen Themen beschäftigst du dich?

Andreas: Ich teste alles, was Team Weasel macht, wie zum Beispiel Serverthemen oder den WebClient.

Jörg: Ich beschäftige mich mit dem DeskClient, habe auch mit Docker zu tun,  mache Kundenspezifisches, kümmere mich um Skripte im DeskClient, die wir unterstützen, teste die Teletext-Ausspielung, sowie Webausspielungen, das Hochladen von Audios und Videos, oder auch die Social- Media- Schnittstelle zwischen externen Systemen und unserem System.

Daniel: Wir im Team testen die meisten selbst entwickelten Programme und Tools selber.  Es gibt jedoch Fälle, in denen wir den Test an Experten für das bestimmte Themengebiet übergeben. Dies ist zum Beispiel für größere Projekte am Server der Fall, bei denen Andreas einen großen Wissensschatz aufgebaut hat.

Was testest du denn am liebsten?

Andreas: Ich teste am liebsten den Server und Replikationen und Sachen, in denen sich viele Bugs verstecken können. Ich freue mich natürlich, wenn ich Fehler finde, aber noch mehr freue ich mich, wenn ich bei all dem Aufwand, zum Beispiel mit dem Test-Setup, den Entwicklern bei der Behebung von Fehlern zur Seite stehen kann. Mir macht der intensive Austausch mit einzelnen Entwicklern bei der Lokalisierung des Fehlers besonders viel Spaß. Worüber ich ganz froh bin ist, dass das Entwickler-Team die Unit-Tests macht und nicht ich. Unit-Tests sind notwendig, aber für mich ist es wichtiger, aus gebührender Distanz zu testen. Tickets machen Spaß, wenn man einen Überblick bekommt und sich austoben kann.

Jörg:  Am liebsten teste ich neue Features im Sophora DeskClient.  Außerdem teste ich gerne alles mit grafischer Oberfläche, wo man die Funktionalität sieht, zum Beispiel Skripte und Sonderfälle. Was ich nicht so gerne teste, ist unsere Software in Docker, weil man da nicht so optimal rankommt.

Andreas: Tickets machen Spaß, wenn man den Überblick hat, auch mal herumexperimentieren kann und sich nicht mit verschiedenen Tools beschäftigen muss, die man gerade so mühsam zum Laufen kriegt. Da hat man wenig Möglichkeiten, etwas zu variieren.

Jörg: Ja, das sehe ich auch so. Insgesamt ist es schön, wenn ich etwas zu testen kriege, wo ich mir Gedanken zu Randfällen machen und mich reinfuchsen kann.

Daniel: Unschön zu testen sind Sachen, bei denen du Zeit überbrücken musst, zum Beispiel Video-Encoding-Workflows, bei denen 40 Minuten lang ein Video encodiert wird und der Tester auf das Ergebnis warten muss.  Schöner sind da Sachen, wo du mitdenken und weitere Fälle konstruieren kannst, an welche die Entwicklerinnen und Entwickler vielleicht noch nicht gedacht haben. Ich freue mich, wenn ich kreativ sein und die eigene Logik miteinbringen kann.

Was würdest du dir von zukünftigen Testerinnen und Testern bei subshell wünschen?

Andreas: Kreativität ist sicher ein wichtiger Faktor. Ansonsten wünsche ich mir Interesse, Neugier, die Fähigkeit, ausdauernd und nachhaltig zu fragen, und Kritik zu üben. Man kann am Anfang nicht still vor sich hinarbeiten. Außerdem sollten Testerinnen und Tester an unseren Themen interessiert sein. Auch ein gewisser Spieltrieb kann nicht schaden. Weitere wichtige Eigenschaften sind Gründlichkeit und Detailverliebtheit.

Jörg: Wichtig ist es, wissbegierig zu sein, die Maus in die Hand zu nehmen und auszuprobieren. Testerinnen und Tester sollten diesbezüglich nicht schüchtern sein, sondern neugierig. Manchmal sollten sie sogar eher aggressiv vorgehen, um gewollt Fehler in der Software zu finden.

Daniel: Zukünftige Testerinnen und Tester sollten Spielkinder sein, die sich fragen: „Was passiert hier wenn ich dort etwas ändere, was ist, wenn ich verschiedene Modi teste?“ Eine solche Einstellung hilft dabei, mehr Testfälle zu beachten und Randfälle zu finden, die ansonsten übersehen werden. 

Worauf können sich zukünftige Testerinnen und Tester einstellen?

Andreas: Das hängt vom Team ab. Sie werden das System durchs Testen kennenlernen und sich beliebig tief in den Code reinarbeiten und dort herumspielen können. Manchmal muss man aber auch darüber hinwegsehen können, wenn eigene Vorschläge, die beim Testen entstanden sind, nicht übernommen oder Fehler, die für zu klein befunden werden, nicht behoben werden.

Jörg: Spannend für zukünftige Testerinnen und Tester ist vielleicht auch der Unterschied zum Entwickeln: Als Entwickler bist du punktuell in Bereichen drinnen, als Tester hingegen siehst du viel mehr vom Produkt, was ich spannend finde. Was ich auch gerne mache, ist in den Code reinschauen und mich auf die Fehlersuche machen. Wenn auch andere Lust darauf haben, über den Tellerrand zu schauen, können sie sehr, sehr viel Neues entdecken. Bei meinem Wechsel vom Entwickeln zum Testen wiederum war die Feststellung spannend, dass ich als Tester meine Entwickler-Fehler sofort bemerkt habe. Als Tester arbeitet man irgendwie doch gründlicher. Man versucht die Edge Cases und Schwachstellen herauszufinden.

Daniel: Zukünftige Testerinnen und Tester können sich darauf einstellen, dass man nicht von dem Geschehen in den anderen Teams losgelöst ist. Das bedeutet, wenn wir Konzepte zu neuen Produkten und Features haben, oder andere neue Themen besprechen, werden sie immer miteingebunden.

Andreas: Richtig, wir nehmen auch mal an Entwicklungsmeetings teil und können eine eigene Meinung haben und diese einbringen.

Möchtet ihr noch etwas loswerden?

Jörg: Was jetzt zu Pandemie-Zeiten allgemein wichtig ist: Wir können die Bildschirmansicht unseres Rechners via Video- und Sprach-Chat teilen und alles so klären, wie es auch vor Ort im Büro möglich ist. Die Zusammenarbeit klappt problemlos. Das ist sicher eine Erkenntnis, die im Moment für viele interessant ist.

Autorenbild Hevi

Hevi Sari